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Die magische 2/2/2-Regel

Am Überangebot von Plattformen und verfügbaren Nutzern kann es nicht liegen. Wieso führt Onlinedating dann bei manchen Partnersuchenden immer wieder zu fragwürdigen Rendezvous? Wir hatten bereits im Beitrag „Partnersuche im Internet“ festgestellt, dass viele Nutzer einfach nicht richtig suchen. An dieser Stelle möchten wir noch einmal anknüpfen und uns in diesem Zusammenhang explizit mit den Männern auf Dating-Plattformen befassen. Warum nur mit den Männern? Weil viele Männer auf diesem Gebieterhebliche Defizite zu haben scheinen. Weshalb das so ist und wie die magische 2/2/2-Regel nach Katz hier helfen kann, möchte ich Ihnen in diesem Beitrag erklären. Zunächst zum Problem: Evan Mark Katz führt aus, dass die schlechtesten Online-Dater stets Männer sind. Solche Kategorisierungen sind zwar in den seltensten Fällen fair, aber empirisch gesehen ist Katz Vorurteil in diesem Fall valide und belegbar. Vielleicht haben Sie selbst so etwas schon erlebt. Gerade Frauen, die sich auf Datingseiten im Internet herumtreiben, werden schnell feststellen, dass es nicht wenige Männer gibt, deren Kommunikations-Strategie weniger in Kontaktaufnahme, sondern eher in plumper Anmache besteht. Denn es sind vor allem Männer,die beim Online-Erstkontakt mit wenig originellen Sprüchen wie „Wow, du bist sehr hübsch… wollen wir uns mal treffen“ glänzen oder es gleich bei einem einfachen „Hi!“ belassen. Was soll jemand mit solchen Nachrichten anfangen? Und noch wichtiger: Warum schreiben gerade Männer auf Dating-Portalen immer wieder solchen unkreativen Unfug?

Katz erklärt, dass dies mit der Aggressoren-Rolle der Männer, sowie mit dem strukturellen Aufbau von vielen Datingportalen zu erklären sei. Das Internet ermöglicht es uns, mit wenigen Mausklicks hunderte Profile in kürzester Zeit zu kontaktieren – Copy/Paste/Abschicken/Fertig. Gerade Männer sind eher dazu geneigt, bei 200 Profilen ein nichtssagendes „Hi!“ zu hinterlassen, anstatt sich in derselben Zeit ausgiebig mit nur einem einzigen Nutzerprofil zu befassen. Am Ende hat die Dame vielleicht kein Interesse und die ganze Mühe war für die Katz, so Katz. Die Rechnung der Männer ist zwar erstmal logisch (wenn nur eine von 200 Frauen auf die schnöde Anmache hereinfällt, ist das Ziel doch erreicht), aber eben genau so läuft es nicht. Quantität kann Qualität eben nicht immer das Wasser reichen. In den meisten Fällen erreicht ein Mann dadurch also nur das ungewollte Ziel, 200 Nutzerinnen der Plattform erfolgreich auf den Keks zu gehen. Wenn jene Männer dann merken, dass ihre plumpen Versuche unbeantwortet bleiben, denken sie sich nicht selten, dass sie nur etwas forscher an die Sache herangehen müssen, um einen sicheren Kontakt herzustellen. Das liegt wiederum an der Aggressoren-Rolle, die dem Mann zugeschrieben wird. Es wird auch heute noch seitens vieler Frauen erwartet, dass der Mann den ersten Schritt macht und sich mutig der Gefahr stellt, einen Korb zu kassieren – egal ob im Internet oder in der Disco. Dabei (und bitte nicht falsch verstehen) setzen die meisten reflektierten Denkprozesse vieler Männer schlichtweg aus. Gerade im Mantel der Anonymität des Internets werden Männer schnellzu forsch und aus einem mutigen Auftreten wird im Endeffekt eine oftmals plumpe und nicht selten latent chauvinistische Anmache. Auch Formbriefe sind absolut fatal, wie Katz weiter ausführt. Dabei entstehen literarische Meilensteine wie „Hi [HIER NAME EINFÜGEN], ich finde deine Fotos toll und dein Profil sehr interessant. Wenn du mein Profil auch zusagend findest, schreib mir doch. Hoffe bald von dir zu hören, beste Grüße“. Männer verschicken solche Anfragen oftmals an dutzende Profile gleichzeitig, ohne zu merken, dass ihre Zeilen schon nach erstmaligem Lesen alsdas entlarvt werden können, was sie sind – standardisierte Formbriefe, ohne jede persönliche oder individuelle Note. So etwas grenzt schon fast an Kalt-Akquise im Internet.

Wäre es denn eine Lösung, komplett in die Offensive zu gehen und eine ausführliche Lebensbiografie zu verfassen, um auf diesem Weg eine größtmögliche Basis für potenzielle Gemeinsamkeiten zu schaffen? Das ist auch wieder falsch, so Katz. Statistisch betrachtet erhalten Frauen deutlich mehr Nachrichten und Kontakte auf Dating-Plattformen als Männer. Stellen Sie sich vor, sie hätten 298 ungelesene Nachrichten in Ihrem Postfach – würden Sie sich zuerst die Zuschriften durchlesen, die mehr als drei Din-A-4 Seiten lang sind? Bestimmt nicht… Also mehrere Stunden mit der Erstellung seitenlanger Autobiografien zu verbringen, ist fast genau so unangebracht, wie ein schnödes „Hallöchen“, so der Dating-Coach. Zudem denken gerade die Männer einer Dating-Plattform, dass die von ihnen angeschriebenen Frauen sie garantiert liebenswert finden würden, wenn diese sie erst richtig kennenlernen könnten. Das ist zwar auch sehr oft eine falsche Schlussfolgerung, aber nicht wenige Männer denken trotzdem genau so. Somit besteht ihr Versuch lediglich darin, ersteinmal nur einen Fuß in die Tür zu bekommen – egal wie.Sobald ein Mann die Aufmerksamkeit eines weiblichen Profils bekommt, kann die kennengelernte Dame sich ja selbst von seinen Qualitäten überzeugen. Das Wichtigste für Männer ist es also, erst einmal nur erfolgreich aufzufallen, um überhaupt eine Antwort zu bekommen. Diese Strategie ist meist absolut fatal, wie Katz schlussfolgert.

Er betont trotz allem, dass er die Männer in Schutz nehmen möchte – zumal sie meist nicht in irgendeiner bösen Absicht handeln, sondern lediglich nur zu blöd sind, um die richtigen Worte zu finden. Aus ihrer eigenen Perspektive machen die Männer ja auch formal nichts falsch, zumindest nicht absichtlich. Es verhält sich vielmehr so, dass sie von ihrer eigenen Logik auf jenes dünne Eis geführt werden, auf den sie sich dann online bewegen. Angesichts der vielen Enttäuschungen, die sich hinter der Anonymität anderer Internetprofile verbergen können, kommt es nicht selten vor, dass beim ersten richtigen Date in der Realität kleine Schummeleien (beim Alter, der Größe oder beim Gewicht) sofort auffliegen. Die Schlussfolgerung vieler Männer lautet also: Bevor man(n) sich wochenlang auf ein einziges Profil konzentriert und sich damit dem Risiko aussetzt, belogen zu werden, ist es sinnvoller, gleich mehrere Eisen ins Feuer zu legen. Katz nennt es „Speed + Volumen“: Männer wollen in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Profile kontaktieren und ein möglichst großes Volumen der verfügbaren Frauen auf dem Portal mit ihren Nachrichten erreichen. Das Problem besteht jedoch darin, dass man auf diesem Weg zwar erfolgreich einen Mitarbeiter finden kann, aber in den seltensten Fällen einen Lebenspartner.

Der Dating-Experte betrachtet es als Berufsmantra, wenn er seinen Klienten den immer gleichen Ratschlag gibt – „Lassen Sie es ruhig angehen“. Das Schlimmste, was man nach Katz Ansicht tun kann, ist, mit der Tür direkt ins Haus zu fallen, gleich beim ersten Kontakt die Telefonnummer, Vorlieben, Hobbies und bisherigen Dating-Erlebnisse zu formulieren – kurz gesagt: mit zu viel Speed an die Sache heranzugehen, ist genau falsch. Meistens sind es die Männer, die mit solchen Nachrichten eher erbärmlich oder sogar aufdringlich wirken. Wer krampfhaft versucht, den Kontakt zu erzwingen, bewirkt nicht selten das genaue Gegenteil damit.

Was kann man nun mit dieser Erkenntnis anfangen? Katz erläutert, dass er den meisten seiner Klienten folgende Regel empfiehlt. Grundsätzlich sind die meisten Männer in ihrem Datingverhalten auf Geschwindigkeit geprägt, die meisten Frauen sind jedoch auf Komfort aus. Er will schnell ans Ziel kommen, sie will sich wohl fühlen und einfach eine schöne Zeit verbringen. Der Clou lautet wie folgt: Dort wo beide Extreme ihre Schnittmenge haben, beginnt sich ein gutes erstes Date anzubahnen.

Wenn Männer also mit einem selten dämlichen Anmachspruch bei einer Frau Brechreiz auslösen, dann liegt das nicht in ihrem intentionalen Ziel. Sie wollen nicht, dass die Frau sich unwohl fühlt. Es liegt vielmehr an den Fehlern, die die Männer machen. Ihr zu forsches Auftreten (Speed) führt dazu, dass manche Männer unabsichtlich creepy auf Frauen wirken müssen, ohne dies überhaupt zu merken, bis sie den Drink der Dame ins Gesicht bekommen. Überlegen Sie mal: Die meisten Männer denken, dass sich Speed auszahlen würde. Für Frauen heißt das nicht selten, dass ein Großteil ihrer 298 Emails neben einem dummen Spruch direkt mit einer Handynummer und einem Vorschlag für ein erstes Treffen ins Haus platzen. Genau so wollen Frauen aber nicht daten. „Hey, du bist heiß… wollen wir uns mal treffen? Hier ist meine Nummer“. Würden dieselben Männer jene Strategie in Face-to-Face-Interaktionen auf einer Party führen, würden sie sich auf einem solch niedrigen Niveau rasch der Lächerlichkeit preisgeben. Warum sollte das im Internet also anders sein? Trotzdem scheinen viele Herren im Netz diese Strategie als den goldenen Weg zum Herzen einer Frau anzusehen, so Katz.

Der richtige Weg ist dabei offensichtlich. Bevor die Digitalisierung der Gesellschaft uns Möglichkeiten wie Tinder&Co. bot, mussten Menschen in Face-to-Face Kommunikationen auch den Erstkontakt führen. Die erfolgreichen Dates waren dabei stets jene, in denen Mann und Frau beide eine gute Zeit hatten – zum Beispiel auf einer Party. Man erzählt sich spannende Geschichten, zieht sich vielleicht in eine weniger laute Ecke der Party zurück, lacht gemeinsam und vergisst völlig die Zeit. Wenn der Mann dann am Ende des Gesprächs aufsteht und sagt: „Die Zeit mit dir hat mir so gut gefallen… lass uns doch bald mal wieder treffen und hier anknüpfen. Gibst du mir deine Nummer, dann verspreche ich, dich anzurufen und wir können vielleicht ein Date verabreden!?“, dann reden wir vom goldenen Weg, so der Dating-Coach.

Katzs Ziel ist somit die Vermittlung einer Online-Dating-Kultur, die sich wieder an den alten Standards der Face-to-Face-Kommunikation orientiert. Gerade die Herren sollten Online-Kontakte auf Datingportalen genauso handhaben, wie sie eine Partybekanntschaftbehandeln würden. Naja… nun ist es immer noch ein großer Unterschied, ob man auf einen Monitor starrt oder in die Augen des Gegenübers blickt, aber Katz hat eine simple Regel entwickelt, um auch online das Maß zwischen Speed und Komfort wahren zu können – die 2/2/2-Regel: Zwei Emails via der Messenger-Dienste eines offiziellen Dating-Portals (also zwei Emails von jedem), zwei weitere Emails unabhängig von der Plattform sowie zwei Telefonate. Nach Katz konstruiert man sich auf dieseWeise die aussichtsreichste Chance auf ein erfolgreiches erstes Date, ohne dabei wie ein Hinterwäldler, Player oder Macho zu wirken.

Wie funktioniert die 2/2/2-Regel genau: Laut Katz schafft man sich über diese drei Stufen eine Basis, die Mann und Frau gleichsam glücklich machen. Männer beweisen mit der 2/2/2-Regel, dass sie durchaus verstehen, dass Frauen etwas Zeit brauchen und Komfort empfinden wollen. Frauen können auf diese Weise den Männern zeigen, dass sie den männlichen Wunsch nach Speed im Kennenlern-Prozess akzeptieren. Es ist quasi eine Art Kompromiss zwischen „schnell schnell“ und „schön langsam“. Es müssen auch nicht immer exakt zwei Kontakte pro Rubrik sein, wie Katz betont. Wer nur einmal telefoniert aber dafür fünf Emails geschrieben hat, kann genau so gut und schnell ans Ziel kommen. Die 2/2/2-Regel ist also eher ein Richtwert – viel wichtig sind aber die drei Stufen

„schreiben, nochmal schreiben, telefonieren“.

Der erste Kontakt, also das Anschreiben einer Person aus einem Dating-Portal, kann dabei schon für manche eine unüberwindbare Hürde darstellen. Was soll man schreiben? Eher hochgestochen formuliert, oder im flapsigen Alltagssprech? Die Liste der Möglichkeiten ist hier fast genau so lange wie die Liste jener Dinge, die man falsch machen kann. Da wir hier von sehr individuellen Präferenzen sprechen, die bei jedem Menschen unterschiedlich gelagert sein können, gibt es leider kein universelles Patentrezept. Aber es gibt durchaus einen Index von No-Go`s, die ein Garant dafür sind, dass jede Unterhaltung schlecht wird.

Angenommen, Sie haben eine anregende Unterhaltung mit einem Nutzerprofil geführt. Die nächste Stufe wäre dann, sich in eine weniger laute Ecke der Party zurückzuziehen, um das Gespräch zu vertiefen. Online geht das auch, so Katz. Wenn Sie auf einem Datingportal fragen, ob man das Gespräch nicht auf einem anderen Medium fortsetzen könnte… (z.B. „ich bin viel besser auf G-Mail, Whatsapp etc… oder unter meiner privaten Emai-Adresse XY erreichbar. Wollen wir nicht darüber weiterschreiben…“ entspricht das dem digitalen Äquivalent einer stillen Nische auf einer Party. Auch die dritte Stufe am Telefon ist ausschlaggebend, so der Dating-Coach. Wer jemanden nur fünf Minuten am Telefon erlebt hat, kann diese Person meist besser einschätzen, als nach kilometerlangen Chatverläufen. Wir hören Intentionen heraus, können definieren, ob jemand introvertiert ist oder nicht und bekommen einen Eindruck über dessen Schlagfertigkeit. All diese Dinge lassen sich bei Emails perfekt vertuschen und auch in Chatverläufen nicht immer einwandfrei ermitteln. Wer mit jemand anderem spricht, kann am besten und schnellsten bewerten, wie sich diese Person verkauft. Katz führt weiter aus, dass Sie unbedingt einen Termin für das Telefonat machen sollten. Sie kennen Ihr Gegenüber ja noch gar nicht und wissen nicht, wann Sie stören und wann es gerade passend wäre – deshalb schlagen Sie einen Zeitrahmen für das Telefonat vor.

Die Vorteile der 2/2/2-Regel sind nicht von der Hand zu weisen. Indem man den anderen via der drei Stufen immer besser kennenlernt, erfüllt man gleichzeitig drei wichtige Ziele: Die Frau kann für sich entscheiden, ob sie einen Trottel oder einen guten Kerl vor sich hat. Wenn er sich dann doch als Trottel herausstellt, muss sie nicht von einem Date flüchten, sondern kann schon vorher die Reißleine ziehen und es erst gar nicht so weit kommen lassen. Nebenbei lernt man sich ja bereits auf diesem Wegeein wenig kennen, was nie verkehrt ist. Zudem spart es Zeit, obwohl paradoxerweise die einzelnen Stufen auf den ersten Blick zeitintensiver wirken mögen, als alternative Strategien. Katz bezieht sich hierbei jedoch eher auf den gesamten Suchprozess, der durch seine Anleitungen strukturierter wird und letztendlich eher zum Ziel führt, als mit bisherigen „Hallöchen-Spam-Aktionen“. Manchmal ist langsam eben sehr präzise… und präzise ist wiederum schnell.

Katz rät den Frauen stets dazu, ein gutes Telefonat auf jeden Fall dann auch mit einem Date zu belohnen. Wenn sich herausstellt, dass der Mann am Telefon doch in der Realität nicht der große Wurf ist, kann man es ja bei einem einzigen Date belassen. Wenn jedoch ein Mann die Mühe auf sich genommen hat, die drei Stufen zu absolvieren, ist es nur fair, ihm auch eine Chance zu geben. Denn sicher ist nur eines: Die Unkultur der plumpen Online-Anmachen zerstört das, was sich Frauen von Dates erhoffen – eine schöne gemeinsame Zeit mit einem interessanten Menschen zu verbringen. Wer sich jedoch etwas Zeit lässt und die 2/2/2-Regel befolgt, sichert sich in der Flut an potenziellen Interessenten einen respektablen Hochstand.

Quelle:

Katz, E. M. „Nomorebaddates | Evan Marc Katz | TEDx St Jones“ Beitrag aus der TEDx Talks Reihe aus der Beitragsreihe in St. Johns aus 2014. Am 04.09.2014 von „TEDx Talks“ auf Youtube hochgeladen. URL: https://www.youtube.com/watch?v=T704le1D1ag

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