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Partnerwahl Outgesourct

Wenn andere sagen, wer der richtige Partner für dich ist

Wir möchten auch gar nicht das menschenverachtende Konzept fokussieren, bei dem Frauen verheiratet werden und, wie Gegenstände, in den Besitz des Ehemannes übergehen. Obwohl unsere Vorstellungen von arrangierten Beziehungen wenig romantisch klingen mögen und tatsächlich in vielen Regionen der Erde das Produkt geschlechtlicher Unterdrückung darstellen, stützen sich auch heute noch Millionen junger Menschen aus dem indischen Raum freiwillig auf die Partnerwahl ihrer Eltern. Wir sprechen hier vom weit verbreiteten Konzept der freiwilligen arrangierten Ehe. Dies mag uns befremdlich vorkommen, jedoch argumentieren junge Inder und Inderinnen, dass sie sich lieber auf die organisatorischen Bemühungen ihrer Eltern verlassen, als selbst auf die Suche nach der großen Liebe zu gehen. Mit Blick auf steigende Scheidungszahlen in unserem Kulturkreis, den vielen Alleinerziehenden Elternteilen und mit Blick auf den Wettbewerb auf unserem Partnermarkt, ist die Argumentation an dieser Stelle gar nicht mal falsch. Die Scheidungszahlen in Kulturräumen mit freiwilliger arrangierter Ehe sind minimal, obwohl Scheidungen (z.B. in Indien) mittlerweile rechtlich/gesellschaftlich konsequenzfrei möglich sind. Wohlfahrtsstaatliche Finanzunterstützungen gewährleisten auch dort ein existenzielles Überleben von Alleinerziehenden, nachdem die Versorger-Ehe gescheitert ist. Zudem gibt es auch in diesem Teil der Welt durchaus romantische Liebesbeziehungen, so wie bei uns. Bollywood ist das wohl bekannteste hier zu nennende Beispiel.

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Während sich viele junge Menschen in Indien also bewusst dem Dating-Stress und seinen potenziellen Enttäuschungen entziehen, setzen sie auf den kooperativen Dialog mit ihren Eltern, um einen Partner zu finden, den sie dann akzeptieren und mit der Zeit zu lieben lernen. Eine Art gemeinsames Arrangement. Es mag uns fremd klingen, doch bedenken Sie: Indische Jugendliche lachen ihrerseits über uns, weil wir uns diesen Dating-Stress antun und statistisch betrachtet noch nicht einmal sehr erfolgreich dabei sind. Der Diplom-Physiker und Kabarettist Vince Ebert rechnete aus, dass, wenn sich tatsächlich nur alle 11 Minuten jemand auf Parship verliebt, etwa 99% aller Nutzer pro Tag leer ausgehen. Vielleicht gibt es hier gar kein Richtig oder Falsch, sondern lediglich zwei verschiedene gesellschaftlich-kulturell geprägte Perspektiven auf das gleiche Phänomen.

Doch auch in unserem Kulturkreis kommt es vor, dass andere uns den vermeintlich richtigen Partner vorzuschreiben versuchen. Meist gehen solche Bestrebungen von der Familie oder dem engsten Freundeskreis aus. Für uns zählen Liebe und Beziehung jedoch zur intimsten Selbstbestimmung. Wer uns also in die Partnerwahl hineinreden möchte, muss uns persönlich sehr nahe stehen oder einen triftigen Grund vorweisen können. Unabhängig von Art und Inhalt sind alle kritischen Einwände dabei selbstverständlich immer nur gut gemeint…

Im schlimmsten Fall verzerren solche gut gemeinten Ratschläge dann unsere persönliche Erwartungshaltung. Wenn Ihre beste Freundin sich doch so absolut sicher ist, dass Ihr neuer Freund nicht der richtige für Sie ist und einen Grund nach dem anderen aufzuzählen beginnt, wird damit indirekt eine Entweder/Oder-Situation generiert. Unbewusst rückt man damit die Mitgliedschaftsfrage der Freundschaft in den Perspektivenbereich der Diskussion. „Wenn du mit ihm befreundet sein willst, müssen wir unser Verhältnis einschränken, denn ich will nichts mit dem zu tun haben!“ Was zunächst nach Kindergarten klingen mag, bleibt im zentralen Kern auch in Erwachsenengesprächen bestehen. Es besteht ein Interrollenkonflikt, um es soziologisch auszudrücken. Das Umfeld erwartet eine klare Positionierung zu einer der beiden Rollen (Freundschaft oder Liebe) – das eine schließt dabei das andere aus.

Wenn solche Argumente seitens der Eltern oder Angehörigen formuliert werden, sind sie manchmal noch unumgänglicher. Sie stellen uns vor ein Dilemma, denn den meisten von uns macht nichts mehr Angst, als soziale Isolation. Deshalb sind wir in solchen Entscheidungssituation (so subtil sie auch den Tenor einer Diskussion begleiten mögen) stets besonders vorsichtig und eher geneigt, die Beziehungen zu behalten, die wir längst für uns gewonnen haben (also Freunde und Familie). Aus diesem Grund lassen sich viele überhaupt in ihre Partnerwahl hineinreden. Wer sich immer wieder von anderen beraten lässt und die Partnersuche zur Familien- oder Cliquenangelegenheit macht, schürt damit Verunsicherungen und, noch viel schlimmer, vergrault womöglich potenziell vielversprechende Dates. Wenn wir unsere Erwartungshaltung ausschließlich auf Basis der Entscheidungskompetenz anderer aufbauen, können wir verlernen für uns selbst zu denken und zu entscheiden.

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Aber hat unser Umfeld denn vielleicht Recht? Zugegeben: Wie in unserem Artikel zur Biochemie der Liebe beschrieben, weisen Verliebte einen deutlich höheren Dopamin-Wert im Blut auf. Sie unterliegen einer Mikro-Paranoia. Das Dopamin lässt uns durch die rosarote Brille blicken und blendet gleichzeitig kleinere Schwächen des Partners aus. Beim Umfeld der verliebten Person jedoch nicht – die anderen sind ja nicht verliebt. Somit könnten wir theoretisch von einer Art Schutzfunktion der Gruppe ausgehen, die uns vor schlimmen Enttäuschungen zu bewahren versucht, falls wir uns tatsächlich einmal VERliebt haben. Meistens verfolgt unser Umfeld jedoch nicht so altruistische Ziele, sondern denkt in erster Linie an eigene Interessen und Vorlieben.

Grundsätzlich dürfen wir nicht jeden Input durcheinander werfen: Einen gut gemeinten Rat bei der besten Freundin einzuholen ist nicht problematisch. Sobald die Gesprächsbereitschaft von den verliebten Individuen ausgeht, sollte man sich generell nicht scheuen, ehrlich und aufrichtig die eigene Meinung zu äußern. Erheblich schlimmer ist es, wenn sich Fremde ungefragt in die Beziehung einzubringen versuchen. In Form von Warnungen und Vorurteilen versuchen sie die Verliebten umzustimmen. Nicht selten kann dies in Grundsatzdiskussionen enden.

Oftmals sind es die Eltern, die für ihr Kind den perfekten Partner suchen und dabei exakte Vorstellungen vom perfekten Schwiegerkind hegen. Je komplexer die Anforderungen, desto geringer wird die Grundgesamtheit an potenziellen, willigen und verfügbaren Partnern.

Statistisch sind die wenigsten Beziehungen zu den Schwiegereltern besonders herzlich. Schwiegerkinder wollen sich nicht in eigene Entscheidungen hineinreden lassen und Schwiegereltern finden es unerträglich, plötzlich scheinbar nicht mehr gebraucht zu werden. Der Beziehungsexperte Andreas Himmelstoß betont, dass im Zustand eines Dauerkonfliktes alle Beteiligten leiden. Aber auch hier raten Experten zu zwei goldenen Grundregeln. Der Grad an Einmischung durch die Eltern sollte immer in klaren Grenzen verlaufen. Zweitens sollten die Schwiegerkinder immer als gleichberechtigte Erwachsene behandelt werden. Auch wenn das eigene Kind immer Kind bleibt, führt es ein eigenständiges erwachsenes Leben, in dem andere Erwachsene eine Rolle spielen. Zudem können die Werteverständnisse beider Schwiegereltern-Parteien so unterschiedlich sein, wie Tag und Nacht.

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Die RTL-Datingshow „Meet the Parents“ mit Daniel Hartwich, bei der die Spieler zunächst die Eltern der Kandidaten kennenlernen, ist gezielt auf peinliche Bloßstellungsmomente dieser Art ausgelegt.

Wenn das Umfeld merkt, dass die Beziehung trotz aller Kritik und Ratschläge weiterhin bestehen bleibt, sollte man dies jedoch auch akzeptieren und nicht versuchen, immer wieder zu sticheln und das Glück der anderen zu torpedieren. Was du nicht willst, dass man dir tut… Außerdem kann das mitunter die Freundschaft genauso bedrohen. Man sollte immer bedenken, dass Störaktionen gegen das Liebesglück anderer auch nach hinten losgehen können. Die Liebe findet oft genug ihren Weg.

 

Mit Liebe recherchiert in:

https://www.derwesten.de/panorama/wie-man-den-dauerkonflikt-schwiegereltern-loesen-kann-id330258.html

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