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Schönheit – und was wir daraus machen

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Obwohl es mindestens genauso viele Zitate zur inneren Schönheit gibt, wissen die meisten Menschen, dass in unserer Gesellschaft das Äußere oftmals mehr zu zählen scheint. Frei nach dem Motto: „Für eine Frau ist Schönheit unbedingt wichtiger als Intelligenz, denn für Männer ist Sehen leichter als Denken“. Na, da war Lil Dagover ja wohl noch etwas in ihrem Zeitgeist gefangen. Dabei scheint sich seit den 1900er Jahren zumindest bei der Wirkung von Schönheitsidealen nicht viel getan zu haben.

Dass Schönheit auch heute noch zumeist dadurch bestimmt wird, was Männer attraktiv finden, zeigt den wenig emanzipativen Charakter unserer entgrenzten Postmoderne. US-College-Professoren/innen geben noch heute attraktiven Studierenden bessere Noten, wie eine Studie aus 2018 ergab. Auch in außerschulischen Aspirationsmilieus nehmen attraktive Menschen einen höheren Gruppenstatus ein. Sie haben statistisch betrachtet mehr Gehalt, höhere Karrierechancen im Job und werden häufig mit weiteren positiven Attributen behaftet, als Menschen mit durchschnittlichem Aussehen oder kleinen Makeln – das nennt sich Halo-Effekt. Die Studie ergab außerdem, dass Kinder (sogar schon Babys) attraktiven Menschen ein höheres Grundvertrauen entgegenbringen. Dabei sagt äußere Schönheit nichts über den Charakter eines Menschen aus. Kennen Sie die Geschichte von Jeremy Meeks? In 2017 machte ihn ein Foto zum attraktivsten Mann auf Facebook? Blöd nur, dass es die Vollstreckungsbeamten der Polizeibehörde von Stockton in Kalifornien aufnahmen, nachdem Meeks wegen unerlaubtem Waffenbesitzes inhaftiert worden war. Das Ex-Gangmitglied bekam durch das Foto dennoch so viel Aufmerksamkeit im Internet, das er nach seiner Entlassung quasi zwischen mehreren Modelverträgen auswählen konnte. Verrückte Welt…

Im Zeitalter der Smartphone-Selfies boomt der Beautywahn in unserer Gesellschaft auf ganz neuen Ebenen. Seit Kim Kardashians „Instagram-Face“ Foto, ein Selfie ihrer versteinerten Miene vor einer Garten-Hecke, haben Schönheits-Chirurgen etliche neue Patientinnen, die alle genauso aussehen wollen wie das It-Girl. Die postmodernen Influencer können mittlerweile fest darauf zählen, dass ihre Fans so schön sein wollen, wie sie. Viele springen auf diesen Zug mit auf und wollen das Leben ihrer Idole nachstellen, ihrem Aussehen nacheifern und damit (ein Stück weit) so werden wie ihre Stars.

Aber was Segen ist, kann auch Fluch werden. Bei der Schönheit ist das nicht viel anders. Zu attraktive Menschen werden manchmal nicht ernst genommen, obwohl sich auch dieser Trend mit zunehmender Leistungsoptimierung langsam auflöst. Sie kennen den Satz „Wer so schön ist, kann nicht auch noch intelligent sein.“ Das ist natürlich Quatsch. Wer aber noch in einem Vorstellungsgespräch mit einem blendenden Aussehen punkten konnte, wird bei den nächsten Quartalszahlen der Abteilung vielleicht schon wieder gefeuert – im schlimmsten Fall mit einer Beförderung weggelobt. Ein perfektes Aussehen kann zudem Neider erzeugen. Die bringen dann Missgunst und man hat es sich vielleicht schon mit jemandem verscherzt, noch bevor das erste Gespräch überhaupt geführt wurde. Der erste Eindruck kann also sogar bei maximal attraktiven Menschen nach hinten losgehen. Gerade dann, wenn einem makellosen Äußeren fiese Attribute wie Selbstverliebtheit, Eitelkeit, Überheblichkeit etc. vorgeworfen werden. Solange sich keine triftigen Gründe finden lassen, bleiben solche Stereotypen reine Phantasmen. 

Auch dem Reiz der Schönheit können wir nicht entkommen. Schönheit ist kulturübergreifend akzeptiert. An allen Orten der Welt sind sich die Bewohner ziemlich darüber einig, welche Gesichter als schön gelten. Symmetrie ist ein wichtiger Schlüsselfaktor dabei. Stark asymmetrische Deformierungen des Gesichtes könnten auf Krankheiten oder eine Entwicklungsstörung zurückzuführen sein. Unterbewusst bedeutet das für uns ein Gen-Handicap. Deshalb empfinden wir symmetrisch geformte Gesichter als besonders attraktiv. Wir assoziieren mit ihnen eine gesunde DNA. Indigene Stämme von vielen Orten der Welt bemalen ihre Gesichter mit meist kunstvoll ausgearbeiteten, symmetrischen Mustern. Ein kulturunabhängiger Schönheitstrend, der einfach dem Menschsein entspringt und meist Symmetrie in das Gesicht bringen will. Eine glatte Haut steht ebenso für gute Gesundheit und Jugend als Indikatoren für perfektes Erbmaterial mit einem guten Immunsystem und maximaler Überlebenschance. Im Grunde rechnen wir eine biologische Reproduktionsgleichung aus, wenn wir jemanden abchecken. In der Natur finden wir übrigens ganz andere Schönheitsideale. Warum haben Löwen in der afrikanischen Gluthitze noch eine Mähne? An den kalten Wüstennächten liegt es jedenfalls nicht. Warum trägt der afrikanische Hahnenschweif alberne Schwanzfedern mit sich herum, die bis zu einem halben Meter lang werden können? Sowas ist absolut unpraktisch… aber die Weibchen lieben Mähnen und lange Schwanzfedern. Es dient also alles der Show. Je protziger desto besser. Denn nur ein wahrer Könner kann sich den Makel so langer Schwanzfedern leisten und wird trotzdem nicht gefressen. Wenn es also ein Hirsch mit einem fünf Kilogramm schweren Geweih auf dem Kopf trotzdem schafft irgendwie im Wald zu überleben, muss der doch ein kräftiges und auch cleveres Exemplar mit guten Genen sein. Manchmal denkt eben auch Mutter Natur etwas kompliziert um die Ecke – für ihre Geschöpfe funktioniert es indes anscheinend gut.

Aber gibt es dann von Natur aus so etwas wie die klassische Schönheit? Mit Blick auf unsere Beiträge zum ersten Eindruck und zweiten Eindruck können wir das zwar schon bestätigen, aber man lernt ja nie aus. Legt man die Gesichtsfotos mehrerer Menschen übereinander, entsteht ein sogenanntes Mittelmaß-Gesicht. Diese Bilder werden von Betrachtern fast immer als attraktiver interpretiert, als die Ursprungsfotos der Einzelgesichter. Die übereinandergelegten Einzelfotos scheinen sich ab einem gewissen Punkt sogar gegenseitig zu komplettieren. Solche Studien sind jedoch immer mit Vorsicht zu genießen, seit die Experimente mit Straftäterfotos mächtig nach hinten losgegangen waren. Damals wollte man das klassische Gesicht von Mördern, Dieben, Vergewaltigern etc. ermitteln, um Menschen mit diesen Gesichtszügen vorverurteilen zu können. Eine extrem gruselige Variante des Minority Report, die heute zum Glück durch Phantomfotos und Überwachungskameras ersetzt wurde. Dennoch ließen sich bei den Mittelmaßgesichtern einige Einzelattribute und Proportions-Skalen ausmachen. Für Männer waren dies schmale Wangen mit hohen Wangenknochen und dazu ein markantes Kinn. Frauen hatten deutlich mehr Attribute, doch die wichtigsten schienen ein schmales Gesicht, volle Lippen und ein weiter Augenabstand zu sein. Je enger die Augen zusammenstehen, desto eher wirken Blick und Gesicht einfältig. Merken Sie sich zudem das Kindchen-Schema beim weiblichen Gesicht, das den männlichen Beschützer-Instinkt auslöst. Weil die meisten von uns also kindliche Gesichtszüge kategorisch als schön bewerteten, finden wir beispielsweise auch Tierkinder so niedlich.

Sharon Stone sagte einmal: „Es ist gar nicht leicht, so schön zu sein, wie man aussieht“. Aber wer zu schön ist, wird doch angeblich auch nicht angesprochen, weil sich keiner traut… richtig? Das Wissensmagazin Quarks stellte in ihrem Bar-Experiment aus 2018 die grundsätzliche Frage, ob die attraktivsten Frauen in der Kneipe tatsächlich am seltensten angesprochen werden. Dazu wurden einige relevante Studien aus dieser Themenreihe vorgestellt. In einem Testverfahren mussten Probanden die Fotos von sechs Frauen (von extrem hübsch bis hin zu weniger gutaussehend) betrachten und auswählen, welche der Damen sie um ein Rendezvous bitten würden. Dass die nicht so hübschen Fotos wenig Anklang fanden, war vorauszusehen – aber das hübscheste Foto bekam die wenigsten Angebote unter den sechs Frauen. Die meisten wollten die Durchschnittsfotos einladen, da sich die Probanden bei den extrem hübschen Kandidatinnen im Voraus sicher waren, keinerlei Chancen zu haben. Als man den Herren erzählte, die Damen würden alle auf jeden Fall mit ihnen ausgehen, egal wen sie erwählten, wollten plötzlich alle Männer nur noch die attraktivsten Fotos treffen. Typisch Kerle denken Sie nun, aber weit gefehlt: Für Frauen wurden auch solche Testreihen gemacht und die Ergebnisse blieben stabil.

Das Klischee hält somit empirischen Prüfungen stand. Doch bei dem Bar-Experiment zeigte sich ebenfalls, dass die hübscheste Frau im Raum selbst mit geringster Eigeninitiative auch schnell Erfolg haben wird. Meist reichen Mikroexpressionen, wie ein kleines Zwinkern oder Lächeln, damit ein Mann sich angesprochen fühlt. Je attraktiver ein Mensch also ist, desto deutlicher muss er/sie die eigene Dating-Bereitschaft betonen. Solange jegliche Signale ausbleiben, wird auch der/die Schönste abends allein ins Taxi steigen. Dann hat sich nämlich wieder niemand getraut einen Flirtversuch zu wagen. Online ist der Trend übrigens anders. Wer sich hinter der Anonymität des Internets verstecken kann, ist viel eher zu einem spontanen Anflirten bereit, als bei einem drohenden Face-to-Face-Korb. Die räumliche Distanz lässt Hemmschwellen sinken, sodass gerade Dating-App-Nutzerinnen mit Anfragen zugeschüttet werden. Da wird aus harmloser Dating-Recherche zügig stressige Auftragsabwehr.

„Am schönsten sind wir, wenn wir niemandem gefallen wollen“, so ein annonymes Sprichwort, in dessen Kern viel Wahrheit liegt. Und wer nicht von Natur aus mit Modelmaßen oder einem perfekten Lächeln ausgestattet wurde, kann immernoch mit einem gepflegten Äußeren einiges wettmachen, denn letztendlich ist es der Charakter, der bei anderen dauerhaft punktet. Wer andere also erst davon überzeugt hat, ein guter Mensch zu sein, braucht sich über die Schönheit (oder auch ihre Vergänglichkeit) keinerlei Gedanken mehr zu machen.

Mit Liebe recherchiert…

Quellen:

„Science Proves It: Hot People Have it easier – The Jim Jefferies Show“. Jim Jefferies Show, am 23.10.2018 von “Comedy Central” auf Youtube hochgeladen. URL:https://www.youtube.com/watch?v=gBo9BK8oHoI

„Die Schönheitsfalle – Wenn Attraktivität zum Verhängnis wird – Abenteuer Forschung Teil 1 [und 2]“. Abenteuer Forschung Beitrag mit Harald Lesch. Am 07.10.2013 auf Youtube hochgeladen. URL:https://www.youtube.com/watch?v=qnRTX5Mu7kU sowie https://www.youtube.com/watch?v=Vu1RfENoIOs&t=497s

„Macht Attraktivität einsam? | Quarks“ Autor: Reinhart Brüning. Am 26.06.2018 von „Quarks“ auf Youtube hochgeladen.

URL:https://www.youtube.com/watch?v=CbifzjWA9p4

„Wahre Worte! 15 Zitate, die zeigen, dass Schönheit nichts mit Make-up zu tun hat“ Go feminin, Ga-Young Park vom 01.03.2017.

URL:https://www.gofeminin.de/make-up/wahre-schonheit-zitate-s1808877.html

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