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Wie werde ich ein Traumpartner?

In der ersten Phase der Verliebtheit zeigen beide Partner nur ihre Schokoladenseiten. Nach einigen Monaten können beide nicht umhin, dem Partner auch andere Facetten ihres Ichs vorzustellen. Dies kann mitunter Enttäuschungen verursachen. Hätten wir diese Phase der blinden Verliebtheit aber nicht, wären weite Teile der Menschheit vermutlich überzeugte Singles. Über 50% aller Singles sind allein glücklich und kommen gut zurecht. Etwa 10% von ihnen sind als überzeugte Singles sogar glücklicher, als in einer Beziehung. Wir würden also ohne rosarote Brille bei jedem anderen Menschen irgendwelche Macken finden.

Übersteigerte Erwartungen sind der sicherste Weg ins Unglück. Die tollen Love-Storys aus all den Hugh-Grant-Sandra-Bullock-Julia-Roberts-Filmen münden meist in einem schweren Seufzer: „Das will ich auch.“ In unserem Artikel zur Erfindung der romantischen Liebe räumen wir mit diesem Trugschluss auf. Der Anspruch Alles mit Einem für Immer ist überzogen. Seien Sie sich sicher: Ihre Traumbeziehung wird in den seltensten Momenten so sein, wie Sie es in Hollywood-Liebesschnulzen zu sehen bekommen. Und das ist gut so, denn Ihre Beziehung ist besser, als der schönste romantischte Fehlschluss je sein könnte – sie ist real und greifbar.

Eine Beziehung rein auf Rationalität aufzubauen, erscheint den meisten zudem unlogisch… oder eher überlogisch. Andere ergeben sich gleich ihrem Schicksal: Sogenannte Destiny Believers glauben, dass der bereits determinierte Traumpartner irgendwo da draußen auf sie wartet. Der perfekte Match! Aber: Niemand ist perfekt, um es grundsätzlich anzugehen. Manche Menschen sind jedoch näher dran als andere – das klingt ernüchternd, ist aber zugleich realistisch. Und bedeutet eine Enttäuschung nicht nur im semantischen Sinn, dass wir vorher einer Täuschung unterlegen waren? So schön diese auch gewesen sein mag, sie war nicht echt. Wer sich nicht auf das Risiko einlassen möchte die echte Liebe zu erfahren, gibt die Chance auf etwas Großartiges auf. Verliebte haben dennoch ein wechselseitiges Wunschbild ihres Partners. Dieses romantische Ideal muss dann den Härtetest der Realität bestehen, so der Psychologe und Paartherapeut Wolfgang Hantel-Quitmann. Erst eine langfristige Beziehung kann uns zeigen, ob unsere Partnerschaftsmaßstäbe erfüllt werden.

Aber existiert eine Art Rüstzeug, das man mitbringen muss, um ein erfolgreicher Partner zu werden? Ein Blick auf die Weltgesellschaft zeigt uns schnell, dass dumme und schlaue, gute und böse Menschen durchaus beziehungsfähig sein können. Was macht aber die erfolgreichen und glücklichen Beziehungen unter ihnen aus und wie kann man so eine führen? Wir haben Ihnen eine Sammlung von Tipps zusammengestellt, die immer wieder von Experten genannt werden.

Zunächst etwas Banales: Die Paartherapeutin Sigrid Sonnenholzer erklärt, dass bloße Anwesenheit meist nicht ausreicht, um eine Beziehung lebendig zu halten. Viele denken, solange sie treu bleiben, oft genug da sind und vereinbarte Pflichtaufgaben erfüllen, würde alles soweit passen. Laut Sonnenholzer ist das ein Riesenfehler. Richtig sei, sich hin und wieder beim Partner zu vergewissern, ob alles stimmt. Wenn doch einmal der Einwand auftaucht, dass sich der Partner mehr Mühe geben soll, ist die Argumentation, dass die Rahmenbedingungen doch eigentlich stimmen, grundsätzlich verkehrt. Gerade Männer arbeiten manchmal so lange mit dieser Strategie, bis sie irgendwann ratlos vor den Trümmern ihrer Beziehung stehen. Statistisch betrachtet haben Frauen hier eine deutlich höhere Toleranzgrenze als Männer. Wenn SIE jedoch erst die Nase voll hat, ist dies meist endgültig.

Generell sollten Konflikte ausgetragen werden und niemals ausgeschwiegen. Durch Schweigen oder Ignoranz entstehen unsichtbare Mauern zwischen den Partnern. Das richtige Streiten will dabei erstmal gelernt sein. Sicherlich gibt es Themen, die nicht gern besprochen werden. Eine echte Liebe muss jedoch auch die unangenehmsten Gespräche aushalten können. Zudem ist wichtig, wie dem Partner etwaige Hilfestellungen angeboten werden: Anstatt direkt Lösungsstrategien zu entwickeln, oder gar dem Partner die Schuld für seine Sorgen zu geben, reicht manchmal schon emotionale Anteilnahme. Machen Sie niemals die Ängste und Sorgen Ihres Partners klein – so lächerlich unbedeutend diese auch sein mögen. Es sind Dinge, die Ihren Partner beschäftigen. Wenn man ihnen erst anmerkt, wie unwichtig sie diese Belange finden, fühlt sich Ihr Partner schnell allein gelassen oder zurückgesetzt. Auch das erzeugt Mauern, weil sich Ihr Partner vielleicht gar nicht mehr traut, das Thema erneut zur Sprache zu bringen.

Die Erwartungshaltungen in Beziehungen unterliegen Geschlechterunterschieden. Karl Grammer, Evolutionsbiologe an der Universität Wien, erklärt: Biologisch ist durch unsere Evolution vorgeschrieben, dass für Männer der Gruppenstatus und für Frauen das Alter wichtige Faktoren für die gemeinsame Reproduktion sind – also notwendig für das, was sich die Natur eigentlich beim Paarwerdungstrieb gedacht hat. Intelligente Frauen ab Ende 30 haben übrigens statistisch die geringsten Chancen einen Partner zu finden, solange sie nach einem Mann mit höherem Status, Intellekt oder Erfolg suchen. Grammer erklärt, dass der verfügbare Markt in diesem Bereich so ausgedünnt ist, dass sich erfolgreiche, intelligente Frauen in diesem Alter beim Status eher nach unten ? orientieren sollten.

Auf der Suche nach Mr./Mrs. Right raten Experten zum Gleichheitsprinzip. Zugegeben: Gegensätze ziehen sich zwar erstmal an, aber sie ertragen sich fast niemals auf Dauer. Die Beziehung wird hier oftmals zum ständigen Kompromiss oder ewigen Streit. Langfristig gefährden Unterschiede also eine funktionale Partnerschaft, die auf Dauer ausgelegt ist. Man sollte sich also einen ziemlich ähnlichen Partner suchen (Werte, Lebensansichten, Einstellungen, Vorlieben). Zwei Menschen sind sich dabei nicht ähnlich im exakten Wortsinne von identisch. Das würde uns auffallen. Sie empfinden sich lediglich als sehr ähnlich. Es kommt jedoch in vielen Fällen zu einer gegenseitigen Adaption von Mimik, Gestik oder Körpersprache. Was uns positiv am Partner auffällt übernehmen wir dabei gern. Ebenso adaptieren manche gewisse Vorlieben oder Hobbys. Das kann der Sprach- oder Kleidungsstil sein, oder aber auch grundsätzliche Einstellungen, wie etwa das Gesundheitsbewusstsein unseres Partners.

Bedenken Sie, wie viele unzählige Möglichkeiten es gibt, in denen zwei Menschen sich ähneln oder unterscheiden können. Auch die Gesellschaft hilft hier beim Sortierprozess. In vielen Fällen erfüllt sich das Gleichheitsprinzip ganz automatisch durch unser Umfeld. Unser Bildungsniveau, Alter, Vorlieben, etc. bestimmen über die Milieus in denen man uns findet. Einkommen, Aussehen, Macht und unser Maß an Extrovertiertheit bestimmen über den Erfolg bei der Partnersuche dort. Auch online orientieren sich Partnersuchende zumeist an ihrem eigenen Milieu und sozialen Hintergrund.

Aber auch ohne Unterschiede existieren nirgendwo so viele Konflikte, wie im Zusammenleben von Männern und Frauen. Liebe heißt jedoch, sich in den Anderen hineinversetzen zu können. Es geht immer darum zu lernen, den anderen so anzunehmen wie er ist. Der Psychologe Robert Betz erklärt, dass in jedem Mann noch immer ein kleiner Junge steckt und in jeder Frau noch ein kleines Mädchen. In Momenten extremer Freude, Wut oder Trauer kommen solche Schemata in uns hervor. Wenn ein Pärchen sich streitet, ist es ebenso erkennbar. In den wechselseitigen „Nein ich hab recht!“ „Nein aber ich habe Recht“ Diskussionen ist kein wirklicher kommunikationswissenschaftlicher Fortschritt erkennbar. Wer sich hier erweichen und zugestehen kann, dass er/sie den Partner versteht, kann die Diskussion auf eine andere Ebene führen. Das ist der richtige Weg zu konstruktiven, gemeinsamen Lösungen. Deshalb ist es auch ratsam, die Du-Anschuldigungen eines Streits in Ich-Formulierungen zu vermitteln. Nicht „Du lässt immer deinen Müll rumliegen“, sondern „Ich würde es begrüßen, wenn es hier ordentlicher wäre“.

Das Leben miteinander zu teilen heißt auch Veränderungen gemeinsam zu durchleben. Alter, Familie, Jobwechsel oder Umzüge können die Beziehungsdynamik nachhaltig verändern – zum Guten oder auch zum Schlechten. Im Idealfall verändern sich die Partner gleichsam und orientieren sich dabei aneinander. Alle sich einstellenden Lebensveränderungen müssen von beiden Partnern gemeinsam gelöst werden. Die Zeit, wenn aus brennender Liebe Alltagtrott wird, ist dabei noch längst nicht das letzte Stadium. Leben heißt Veränderungen zu managen. Gelingt dies nicht, können daraus Probleme entstehen, die mitunter zur Bedrohung für die Beziehung werden können.
Aber wie bleibt eine Partnerschaft für immer glücklich? Was machen die heutigen Erwartungshaltungen in modernen Partnerschaften mit unserer Beziehungsdynamik? Diese Fragen und mehr möchten wir im nächsten Teil dieser Reihe erörtern.

Mit Liebe recherchiert…

Quellen:

Fleischer, R. „Liebe und Partnerschaft – Eine glückliche Beziehung ist kein Zufall“ Robert Fleischer im Gesprüch mit dem Psychologen und transformationsexperten Robert Betz. Am 09.03.2018 von „Welt im Wandel“ auf Youtube hochgeladen. URL:https://www.youtube.com/watch?v=OJOZzdwTOPc

Geo Magazin Wissen: „Liebe – der Traum vom gemeinsamen Glück“ Nummer 58, 2016. Seiten: 9 und 35
„Planet Wissen – Brennpunkt Partnerschaft“ am 19.02.2011 von „QuoShop“ auf Youtube hochgeladen. URL:https://www.youtube.com/watch?v=zvBBO_WRg1k

Sonnenholzer, S. „Wie bleibt meine Partnerin bei mir. Diese 3 Dinge sollten Sie nicht tun“. Focus Online vom 05.07.2017. URL:https://www.focus.de/familie/beziehung/wie-bleibt-meine-partnerin-bei-mir-diese-3-dinge-sollten-sie-nicht-tun_id_9206262.html

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